Die Euronorm für Kisten (EN 4147) erklärt

Die Euronorm ist ein europäisches Maßsystem für Kisten, das auf den Grundmaßen 600 x 400 mm basiert. Kisten in diesen Maßen passen ohne Platzverlust auf Europaletten und Blockpaletten. Dadurch sind Lagerung und Transport in der gesamten Lieferkette nahtlos aufeinander abgestimmt. 

 

So funktioniert das Euronorm-System 

Alle Euronorm-Maße leiten sich von der Grundgröße 600 x 400 mm ab. Kleinere Maße passen genau eine bestimmte Anzahl von Malen hinein, größere Maße sind ein Vielfaches der Grundgröße. 

Dieser modulare Aufbau erleichtert das Kombinieren. Vier Kisten mit den Maßen 600 x 400 mm füllen genau eine Lage auf einer Europalette mit den Maßen 1200 x 800 mm aus; auf eine Blockpalette mit den Maßen 1200 x 1000 mm passen fünf davon. 

Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Euronorm-Maße und deren Verhältnis zur Grundfläche und zur Europalette. 

Bodenmaß (mm)  Verhältnis zur Grundfläche  Pro Palettenlage (1200 x 800 mm) 
200 x 150 1/8 32
300 x 200 1/4 16
400 x 300 1/2 8
600 x 400 Grundmaße  4
800 x 600 2 × Grundfläche  2

 

Woher stammt die Bezeichnung EN 4147?

Der Begriff EN 4147 taucht regelmäßig bei Suchanfragen nach der Norm für Euronorm-Kisten auf. Eine offizielle europäische Norm mit dieser Nummer für Kisten existiert jedoch nicht. 

Die Zahl 4147 stammt aus dem VDA-KLT-System der deutschen Automobilindustrie. Dort ist 4147 ein Maßcode für einen Stapelbehälter mit den Maßen ca. 400 x 300 x 147 mm (RL-KLT 4147), keine Normnummer. 

Die Abmessungen von Euronorm-Kisten orientieren sich in der Praxis an der Palettennorm EN 13698 und an Produktnormen wie der DIN 55423 für Stapelkisten. Fragen Sie im Zweifelsfall immer die Spezifikationen und Prüfberichte bei Ihrem Lieferanten an. 

 

Warum die Logistikbranche auf die Euronorm setzt 

Standardmaße bedeuten, dass jedes Glied in der Kette von denselben Ausgangsbedingungen ausgeht. Paletten, Rollcontainer, Regale, Waschanlagen und LKWs sind auf die Euronorm-Grundmaße ausgelegt. 

Das führt zu direkten Einsparungen. Voll beladene Palettenlagen ohne Leerraum senken die Transportkosten pro Einheit und verkürzen die Be- und Entladezeiten. 

Auch die Automatisierung profitiert davon. Förderbänder, Palettierroboter und Lagersysteme verarbeiten einheitliche Kisten schneller und störungsfreier als abweichende Formate. 

 

Bodenmaß fest, Höhe frei wählbar 

Die Euronorm legt lediglich die Bodenabmessung fest. Die Höhe können Sie frei wählen, je nach Produkt, Gewicht und gewünschter Stapelhöhe auf der Palette. 

Übliche Höhen reichen von 75 bis 420 mm. Eine niedrige Kiste eignet sich für schwere oder empfindliche Produkte; eine hohe Kiste nutzt das Palettenvolumen bei leichten und voluminösen Produkten besser aus. 

Rechnen Sie bei der Auswahl von der maximalen Stapelhöhe aus. Eine Palette mit den Maßen 1200 x 800 mm und Kisten mit den Maßen 600 x 400 x 200 mm fasst beispielsweise neun Lagen bei einer Ladehöhe von zwei Metern, einschließlich der Palette selbst. 

 

Euronorm neben anderen Maßsystemen 

Neben der Euronorm gibt es branchenspezifische Systeme. Die Automobilindustrie arbeitet mit VDA-KLT-Behältern, die auf demselben modularen Grundkonzept basieren, jedoch eigene Bodenstrukturen und Codes verwenden. 

Auch innerhalb der Euronorm gibt es Varianten in der Konstruktion. Stapelkisten stehen fest aufeinander, nestbare Kisten lassen sich im leeren Zustand ineinander schieben und Drehstapelkisten kombinieren beides durch eine Vierteldrehung. 

Faltkisten gehen noch einen Schritt weiter: Im leeren Zustand lassen sie sich flach zusammenklappen, wodurch sich das Rücktransportvolumen auf gut drei Viertel reduziert. Für die Rücktransportlogistik mit vielen Leerfahrten ist dies oft die wirtschaftlichste Wahl. 

 

Worauf Sie bei der Auswahl von Euronorm-Kisten achten sollten 

Innerhalb der Euronorm-Maße unterscheiden sich die Kisten stark in ihrer Ausführung. Achten Sie bei der Auswahl auf folgende Punkte: 

  • Stapelbarkeit und Tragfähigkeit bestimmen, wie hoch Sie die Kisten bei Lagerung und Transport sicher stapeln können. 

     

  • Geschlossene Wände schützen vor Feuchtigkeit und Schmutz; perforierte Wände sorgen bei frischen Produkten für Luftzirkulation. 

     

  • Bei direktem Kontakt mit Lebensmitteln sind lebensmittelechte Materialien erforderlich. 

     

  • Der Temperaturbereich ist bei der Tiefkühllagerung oder bei warmen Füllgütern entscheidend; hochwertige Kisten sind für Temperaturen von minus 18 bis plus 40 Grad Celsius geeignet. 

     

  • Die Etikettenintegration per Barcode oder RFID macht jede Kiste über die gesamte Lieferkette hinweg rückverfolgbar. 

Eine gute Euronorm-Kiste hält bei normalem Gebrauch gut fünfzehn Jahre. Der Anschaffungspreis ist daher weniger aussagekräftig als die Kosten pro Umlauf. 

Sehen Sie sich unsere Euronorm-Kisten an

 

 

Weitere Begriffe

25.06.2026

Was ist die Kühlkette (Cold Chain)?

Lesen Sie mehr

24.04.2026

Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR)

Lesen Sie mehr

21.04.2026

OEE (Overall Equipment Effectiveness)

Lesen Sie mehr

13.08.2026

Recyclat: Was es ist
und wie man es verantwortungsbewusst einsetzt

Lesen Sie mehr

09.04.2026

Häufig verwendete Kunststoffe in der Spritzgussindustrie

Lesen Sie mehr

29.07.2026

2K/3K-Spritzguss: zwei Materialien, ein Zyklus

Lesen Sie mehr

25.06.2026

Was ist Insert-Moulding?

Lesen Sie mehr

29.07.2026

ISO 9001, 14001, 45001 und 22000: Was die Normen bedeuten

Lesen Sie mehr

25.06.2026

Was ist In-Mould-Labelling (IML)?

Lesen Sie mehr

25.06.2026

Mehrwegverpackungen vs. Einwegverpackungen

Lesen Sie mehr

26.06.2026

Die Euronorm für Kisten (EN 4147) erklärt

Lesen Sie mehr

16.04.2026

Etikettenintegration (Label Integration)

Lesen Sie mehr

Didak Injection: der Experte für kundenspezifisches Formen, Spritzguss und nachhaltige Mehrwegkisten